Grünkohl - Wirkung & Nährwerte

Das der Grünkohl mittlerweile so populär ist, liegt nicht nur an seinem guten Geschmack, sondern vor allem an seinem unglaublichen Nährstoffreichtum. In diesem Blogbeitrag findest du alles Wichtige wie, Geschichtliches, die Wirkung des Grünkohls auf unseren Körper, seine Nährstoffe und Rezeptideen.

Allgemeines über den Grünkohl

Der Grünkohl gehört zur Familie der Kreuzblütlergewächse. Er ist ein typisches Wintergemüse und eine Zuchtform des Kohls. Seine Erntezeit ist meist von Oktober bis Februar. Der Grünkohl oder auch Läppische Palme, Hochkohl, Braunkohl oder Krauskohl ist weltweit verbreitet. In Europa sieht man ihn heute noch viel in Spanien und Portugal in den Gemüsegärten.

Schon bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. erkannten die alten Griechen, wie gesund der  Grünkohl ist. Es soll außergewöhnliche Heilkräfte haben und so kultivierten sie ihn mehr und mehr. Der Arzt Hippokrates 460-370 v. Chr. empfahl den Grünkohl bei starken Scherzen. Bei den Römern galt der Grünkohl als Delikatesse und jeder der ein großes Grünkohl Feld hatte galt als reich. Im deutschsprachigen Raum war der Grünkohl einst im Winter ein wichtiges Nahrungsmittel mit viel Vitamin C. Seine heilsame Wirkung wurde schon im 16. und 17. Jahrhundert in Kräuterbüchern beschrieben. Immer wieder fand man in den Eintragungen der Stadtrechtsurkunden bei Grundsücks Verkäufen den dazugehörigen Grünkohl Garten. Sein botanischer Name lautet Brassica oleracea var. sabellica L..

Wie es zum Trendgemüse kam - vom Opa zum Hipster

Vor einiger Zeit hat Grünkohl so gut wie niemanden in der „modernen“ Bevölkerung interessiert. Bei der einfachen Bevölkerung gehörte er wie z. B. bei den Portugiesen die auf dem Land leben zum alltäglichen Essen in der Winterzeit. Grünkohl gehört in Portugal zu Standard Bepflanzung im Garten und so manch eine portugiesische Oma würde bestimmt schmunzeln, wenn sie das mit dem Superfood Trendgemüse Grünkohl erfahren würde. Wie wurde der Grünkohl also so bekannt? Vom Kinderschreck zum Trendgemüse. Wie sollte es anders sein, die New Yorker haben oft eine sehr feine Nase was Trends angeht, und so erkannten sie das Potenzial von Grünkohl oder „Kale“ so wie man ihn da nennt. Und während der Grünkohl ganze Seiten in den Menükarten von San Francisco und New York einnimmt und dort die Kreativität der Köche nur so sprudelt, wird bei uns in Nordwestdeutschland noch immer ganz brav „Kohl und Pinkel“ gegessen. Seit einiger Zeit wird es auch in Deutschland bekannt, was man alles besonderes mit dem Grünkohl machen kann und wie gesund er ist.

Die Wirkung des Grünkohls auf unseren Körper

  • Wertvolle Inhaltsstoffe sorgen für jüngere Haut und schönere Haare.
    Antioxidantien wirken Hautschäden entgegen und verlangsamen den Alterungsprozess. Vitamin A verbessert die Talgproduktion und damit die Feuchtigkeit der Haare.

  • Er kurbelt die Verdauung an und hilft uns beim Abnehmen.
    Er enthält wertvolle Ballaststoffe, die wichtig für unseren Darm und für eine gute Verdauung sind. Außerdem hält Grünkohl durch die Ballaststoffe länger satt und verhindert Heißhungerattacken da er den Blutzuckerspiegel konstant hält. Er unterstützt dadurch das Abnehmen.

  • Er besitze Inhaltsstoffe die vor Krebs schützen.
    Kreuzblütler Gewächse enthalten wertvolles Sulphuraphan das uns bei der Krebsprävention hilft.

  • Die wertvollen Omega-3 Säuren und Vitamin K beugen Entzündungen vor.

  • Er stärkt unser Immunsystem.

  • Durch den hohen Gehalt an Vitamin C, Folsäure und Eisen hilft er uns, Bakterien zu bekämpfen und stärkt unser Immunsystem. (1)

  • Er stärkt die Knochen.
    Kalzium, Vitamin K, Magnesium und Omega-3 sind für die Knochengesundheit essenziell. Besonders das Vitamin K kann Osteoporose verhindern und unterstützt die Aufnahme und Einlagerung von Kalzium in den Knochen.

  • Er ist gut für unsere Augen.
    Mit seinen Carotinoiden, Lutein und Zeaxanthin schützt er die Augen vor freien Radikalen und somit vor Erkrankungen wie Makuladegeneration oder Grauer Star.

  • Regelmäßiger verzehr wirkt er Colesterin senkend. (2)

Alles rund um die Nährstoffe des Grünkohls

Vitamine

  • roher Grünkohl zählt mit 104-150 mg pro 100 g zu den Vitamin C reichsten Lebensmitteln

  • er hat mit 8,68 mg ß-Carotin pro 100 g den höchsten Gehalt an Betacarotin von allen Lebensmitteln

  • er hat viel Vitamin A und K

  • Wertvolle B Vitamine wie, B1, B2, B3, B6, B7 und B9

Mineralstoffe

  • eine große Menge Kalcium

  • Natrium

  • Kalium

  • Magnesium

  • Phosphor

  • Schwefel

  • Chlorid

Bioaktive Substanzen

Bioaktive Substanzen sind Stoffe in Lebensmitteln, die zwar keinen Nährstoffcharaker aber eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen.

  • Durch den hohen Ballaststoff Gehalt ist Grünkohl gut für unsere Darmgesundheit.

  • Flavonoide

  • Carotinoide wie, Lutein und Betacarotin

  • Senfölglycoside

Das sagt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) über den Grünkohl

  • Seine Wirkung ist verdauungsanregend und antioxidativ.

  • Er ist gut bei Sehschwäche, rauer Haut, Blutmangel und tonisiert Leber-Blut.

  • Er reguliert das Qi und bewegt. Er ist gut bei Qi Stagnationen im Brustbereich, herabgesetzten Muskeltonus, Verdauungsschwäche und verlangsamter Darmperistaltik. (4)

Das heimische Superfood aus der Sicht von Ayurveda

Grünkohl ist aromatisch, kräftigend und immunfördernd. In der Ayurvedischen Küche ist Kohlgemüse aller Art ein wichtiger Bestandteil in der Winterküche. Für manche Menschen ist er allerdings schwer zu verdauen. Für diese Menschen ist es besonders wichtig, den Kohl mit verdauungsfördernden Gewürzen und gegebenenfalls etwas Fett zu zubereiten. Passende Gewürze für den Kohl sind Kümmelsorten wie, deutscher Kümmel, Kreuzkümmel, Ajwain und Kalonji. Ein passendes Fett im Ayurveda wäre Sesamöl. (3)

Benedikt Fuhrmann

Quellen:

(1) Kale & the Immune System

https://nutritionfacts.org/video/kale-and-the-immune-system/

(2) The Benefits of Kale & Cabbage for Cholesterol

https://nutritionfacts.org/video/the-benefits-of-kale-and-cabbage-for-cholesterol/

(3) Ayurveda, das Journal für ein gesünderes leben

https://www.ayurveda-journal.de/delikate-dickkoepfe/

(4) HPS Luzern

https://www.heilpraktikerschule.ch